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Presse-Berichte :

 

Ein musikalischer Triumph für die deutsch-französische Freundschaft

Europakonzert des Kulturfonds Baden am 27.1.2019 in Nancy 

Der Zeitpunkt war gut gewählt: Gerade erst hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Emmanuel Macron den Aachener Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration unterzeichnet, als in Nancy, der französischen Partnerstadt von Karlsruhe, das diesjährige Europakonzert des Kulturfonds Baden e. V. junge Künstlerinnen und Künstler aus beiden Ländern vereinte. Die deutsch-französische Freundschaft steht also auf dem Papier, und es gibt sie wirklich, wie Mathias Tritsch, Präsident des Kulturfonds Baden e. V. in seinem Grußwort In Anspielung auf Konrad Adenauer meinte: „Die deutsch-französische Freundschaft ist wie eine Rose, dornig zwar, aber umso widerstandsfähiger. Sie blüht immer wieder.“

Oft schon gastierten Karlsruher Künstler in Nancy. Diesmal war es das Sinfonische Blasorchester der Hochschule für Musik Karlsruhe, das unter der Leitung von Professor Will Sanders gemeinsam mit der Chorale Universitaire de Nancy – geleitet von Madeline d’Houtaud – musizierte. Auch das Publikum im nahezu voll besetzten historischen Konzertsaal Salle Poirel – hier übrigens hatte 1896 Eugène Ysaÿe, der Violinvirtuose, Ernest Chaussons berühmtes „Poème“ uraufgeführt – war international, denn aus Karlsruhe waren neben dem Orchester auch zahlreiche Mitglieder des Kulturfonds Baden angereist. Und wie es sich nun für solche Ereignisse gehört: Im Anfang war das Wort: In ihren Grußworten betonten Lucienne Redercher und Dr. Albert Käuflein, die beiden Kulturbürgermeister, die historische Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft und der Städtepartnerschaft. Beides werde sehr lebendig und für alle erlebbar durch Begegnungen und Konzerte wie dieses.

Wirkungsvoll eröffnet wurde es durch Madeline d’Houtaud und ihren Universitätschor, der im vergangenen Jahr sein 50-jähriges Bestehen feierte und junge Leute, Profis und Amateure, in immer wieder neuen, stets außergewöhnlichen Projekten zusammenführt. Im zweiten Teil des Konzertes präsentierte das sinfonische Blasorchester Werke aus dem Programm des Neujahrskonzerts der Karlsruher Musikhochschule: „Le Grand Orchestre d’Harmonie Triomphale“. Großartig und triumphal, das bezeichnet ziemlich genau die beeindruckende Wirkung der Werke der französischen Komponisten Camille Saint-Saëns, Charles Koechlin, Ida Gotkovsky und Florent Schmitt, zu denen die Klarinettistin Marion Will dem Publikum als Orientierungshilfe auch kurze Erläuterungen gab – als Orientierungshilfe sozusagen. Hierzulande eher unüblich, dort durchaus von erhabenem Charakter: Chor und Orchester interpretierten gemeinsam die beiden Nationalhymnen – und ganz am Schluss die Europahymne, Schillers/Beethovens „Ode an die Freude“.

Es bleibt die Erinnerung an ein großartiges Konzert mit schönen Begegnungen und guten Gesprächen am Rande, von den französischen Gastgebern mit Herz geplant und perfekt organisiert. Auch für die 80 Studierenden der Karlsruher Musikhochschule bedeutete das alles mehr als einen kurzen Abstecher nach Frankreich. Armin Laschet übrigens, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und neuer Beauftragter der Bundesregierung für die deutsch-französischen Beziehungen, hatte in seinem Grußwort an die Mitwirkenden und Besucher des Konzerts geschrieben: „… Dieses Konzert ist nichts weniger als ein musikalischer Triumph für die deutsch-französische Freundschaft.“ So war es, und treffender als Verena Denry, die engagierte Direktorin für Internationale Beziehungen der Stadt Nancy, kann man es am Ende kaum ausdrücken: Talent, Großzügigkeit, Aufgeschlossenheit, Dankbarkeit waren nur ein paar der Elemente, die diese Begegnung ausgemacht haben. Der Tag war überwältigend und hat mit Schwung und Freude zur Festigung der deutsch-französischen sowie der internationalen Freundschaft beigetragen!“ MD

 

Von Gottesaue in den Grand Salon – über die Konzertreise des Kulturfonds Baden nach Nancy am 15.11.2017

Europa lebt: Diesen Eindruck konnten die Besucher gewinnen, die am vergangenen Mittwoch das Konzert des Kulturfonds Baden in Karlsruhes französischer Partnerstadt Nancy im Herzen von Lothringen erlebt haben. Schon zum vierten Mal hatten sich mehr als dreißig Mitglieder und Freunde des Kulturfonds Baden mit ihrem Präsidenten Mathias Tritsch dorthin auf den Weg begeben. Unterstützung für die Reise und das Konzert gab es von der Stadt Karlsruhe und von der BBBank, von der Stadt Nancy und vom Ensemble Stanislas.

Für viele Teilnehmer war es ein Wiedersehen mit einer bezaubernden Stadt, aber auch mit Gastgeberin Verena Denry, der begeisterten und engagierten Direktorin für Internationale Beziehungen, Erinnerungskultur und bürgerschaftliches Engagement in der Stadtverwaltung von Nancy. Der Nachmittag war dazu geeignet, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und zum Beispiel dem Musée des Beaux Arts an der Place Stanislas einen Besuch abzustatten, das gemeinsame Abendessen im nahegelegenen „Le Tém“ war natürlich durch Köstlichkeiten der französischen Küche und angeregte Gespräche bestimmt. Der Höhepunkt des Tages aber ereignete sich anschließend im Grand Salon des Rathauses. Der repräsentative Saal im Hôtel de Ville war dicht besetzt von einem deutsch-französisch gemischten Publikum, zusammengekommen zum diesjährigen „Europa-Konzert“.

Aus diesem Anlass präsentierten die Mezzosopranistin Vero Miller, begleitet von Matthias Böhringer am Klavier, und die Geigerin Maria-Elisabeth Lott – gemeinsam mit Sontraud Speidel – ein wirklich europäisches Programm, mit dem sie das Publikum von Anfang an begeisterten. Klug ausgewählt und kurzweilig: Im ersten Teil des Konzertes erklang neben einer Arie des Italieners Rossini vornehmlich französische Vokalmusik von Gabriel Fauré, Hector Berlioz, Jacques Offenbach und Georges Bizet. Vero Miller hinterließ dabei stimmlich und gestalterisch einen hinreißenden Eindruck. Seit vielen Jahren durch den Kulturfonds Baden gefördert, setzt sie ihr vorheriges Studium in Karlsruhe jetzt an der Theaterakademie August Everding und an der Hochschule für Musik und Theater München fort. „Singen ist für mich ‚zu Hause sein‘. Ich möchte die Menschen durch meine Stimme berühren.“ Das ist ihr in Nancy in wunderbarer Weise gelungen. 

Ebenso beeindruckend und doch ganz anders gestaltete sich der zweite Teil des Abends mit Violinsonaten von Niels Wilhelm Gade und Richard Strauss. Der dänische Komponist Gade war ein Romantiker, der „skandinavische Schumann“ sozusagen, und seinem 200. Geburtstag in diesem Jahr sind europaweit viele Konzerte gewidmet. Im Grand Salon von Nancy jedenfalls erklang die letzte seiner drei Violinsonaten, gefolgt von Strauss‘ genialer Es-Dur-Sonate von 1887/1888, die, wie man so sagt, ein großer Wurf des damals 23-jährigen Komponisten war. Beide Sonaten sind richtig schwere, zugleich sehr effektvolle Stücke, und sie wurden von Maria-Elisabeth Lott und Sontraud Speidel souverän und brillant gespielt. Kein Wunder, dass dem begeisterten Applaus eine Zugabe folgten musste. Übrigens: Maria-Elisabeth Lott, die an der Musikhochschule in Karlsruhe studiert hat, unterrichtet seit September als Professorin für Violine eine eigene Klasse in Detmold.

Nun hatte dieses bemerkenswerte Konzert aber auch eine tiefere Bedeutung. Die war zu spüren, schon bevor der erste Ton erklang. Es gab gleich drei Ansprachen, alle in französischer Sprache, ziemlich gut und nicht zu lang. Gleich zu Beginn hob Lucienne Redercher, die Kulturbürgermeisterin von Nancy, hervor, welch ein Schatz die deutsch-französischen Kulturbeziehungen sind, lebendig in der Städtepartnerschaft zwischen Nancy und Karlsruhe. Dem Kulturfonds Baden und seinem Präsidenten Mathias Tritsch, vor allem aber auch den beteiligten Künstlern und Kulturschaffenden gebühre großer Dank für ihr Engagement. Wolfram Jäger, Erster Bürgermeister von Karlsruhe, sprach von der besonderen Wertschätzung der Beziehungen zwischen Karlsruhe und Nancy und davon, dass es bereits zahlreiche neue Projekte und Ideen für den Ausbau und die Intensivierung der Beziehungen in den kommenden Jahren gebe. Mathias Tritsch dankte den französischen Gastgebern und hob hervor, dass es ganz besonders die Leistungen der jungen Künstler seien, die das Publikum in beiden Ländern begeistere und die Freundschaft lebendig mache: „Musikalische Aktivitäten aus Karlsruhe nach Nancy auszudehnen, also in ein Land, dessen Kultur seit Hunderten von Jahren auf ganz Europa ausstrahlt, ist eine besondere Herausforderung. Für Freunde und mit Freunden zu musizieren, gehört zu den schönsten Momenten des Lebens.“ Das waren ganz persönliche Worte eines Mannes, der sich mit Leib und Seele für die Kultur und für die Förderung junger Künstler einsetzt, aber ganz besonders auch für die deutsch-französische Freundschaft einsetzt. „Sympa!“, mögen viele gedacht haben.

Dass die Städtepartnerschaft zwischen Karlsruhe und Nancy schon 1955, also gerade einmal zehn Jahre nach Kriegsende, durch die damaligen Oberbürgermeister Günter Klotz und Pierre Weber geschlossen wurde, ist bemerkenswert. Noch einmal acht Jahre später, 1963, besiegelte der von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle geschlossene Elysée-Vertrag die deutsch-französische Freundschaft auf höchster staatlicher Ebene. Aber: Es ist letztlich und immer wieder die Sache von Bürgerinnen und Bürgern beider Länder, ihre Freundschaft zu pflegen. Dazu gehört, einander wertzuschätzen, zuzuhören, sich der Geschichte mit ihren dunklen Zeiten zu erinnern, aber auch bis in die Nacht hinein gemeinsam zu essen, zu trinken und gute Musik zu hören. Wie in Nancy eben. MD

 

BNN vom 14.10.2015

Begegnung mit musikalischen Glanzlichtern

Fabio Martino begeisterte beim 60jährigen Partnerschaftsfest in Nancy

Mit einem musikalischen Highlight überraschte die Stadt Karlsruhe die Freunde aus Nancy zum Abschluss der öffentlichen Geburtstagsfeier der 60-jährigen Beziehungen zwischen den beiden Städten.  Nachdem die beiden Oberbürgermeister aus Nancy und Karlsruhe, die deutsch-französische Woche im Rathaus am Place Stanislas mit den Bürgern beider Städte gefeiert hatten, klang das Fest nun mit einem  Glanzlicht aus: einem musikalischen Rendezvous der beiden Musikhochschulen.

Die Stadt Karlsruhe und Nancy beschenkten ihre Bürger mit einem europäischen Konzert im festlich geschmückten Grand Salon am Place Stanislas. Gemeinsam mit dem „Kulturfonds Baden“, der das Konzert mit Unterstützung der BBBank ermöglichte,  und seinem Präsidenten Mathias Tritsch waren die Karlsruher Kulturfreunde  in die Partnerstadt gereist. „Ich habe noch nie in meinem Leben in einem so wunderschönen Saal gespielt“ meinte der Stargast des Abends, Fabio Martino, der den Zuhörern im Rathaus zu Füßen der festlich mit den europäischen Fahnen  geschmückten  „Marianne“  und im Schein der Kristallleuchter ein mitreißendes  Klavierkonzert zu Gehör brachte. Musik, die ganz im Zeichen des deutsch-französischen Kulturaustausches zwischen dem „Conervatoire Régional du Grand Nancy“ und dem Solisten der Karlsruher Musikhochschule, Fabio Martino, stand. Selbst  Professor Sontraud Speidel, die ihren langjährigen Meisterschüler zum Konzert begleitet hatte, war beeindruckt.

Der Abend wurde eröffnet vom ersten Bürgermeister Jean- Michel Berlemont, den die Karlsruher als treuen kulturellen Botschafter der Partnerstadt wiederholt bei Festen zum Stadtgeburtstag begrüßen konnten. „Musik ist eine Sprache, die alle verstehen und die direkt zum Herzen geht“, meinte er und zeigte sich begeistert vom deutsch-französischen Gemeinschaftskonzert.

Cécile Michel, Elena Perrain und Marion Jégou, das musikalische Trio des Konservatoriums von Nancy eröffnete mit seiner exzellenten Darbietung  den Abend im Grand Salon. Der Solist der Karlsruher Musikhochschule, der Brasilianer Fabio Martino, der sich bereits international einen Ruf als einer der besten Nachwuchspianisten erworben hat, brillierte mit Klavierkompositionen von Beethoven, Ravel und Liszt und verzauberte seine Zuhörer, die ihm mit Beifallsstürmen dankten.

Für den Kulturfonds Baden, der sich, wie Mathias Tritsch betonte, gezielt um die Förderung aufstrebender, musikalischer  Talente bemüht, war die Begegnung ein Beitrag zur Vertiefung der guten deutsch-französischen Beziehungen und das Wochenende in der Stadt der Goldenen Tore ein unvergessliches Erlebnis.  Doris Lott

 

BNN vom 22.1.2014

Da zucken die Blitze –  Kulturfonds–Konzert – Sterne am Klassik-Himmel

Mit dem Bedacht einer Elfe tritt Jessica Véronique Miller auf die Bühne und bricht das Jahr an, das (musikalisch) ab dieser Sekunde in der Karlsburg in Durlach auch für den Kulturfonds Baden beginnt. Die 20-jährige Sopranistin singt Händel mit einer Verehrung, die man so nur selten vernehmen darf. Ausgerechnet die Arie der Cleopatra aus „Giulio Cesare“, „V’adoro, pupille, saelle d’Amore“ hat sie sich erwählt, und die triumphale Erhabenheit einer Königin gibt ihre Stimme mühelos her. Wenig später schon wird sie bezeugen, wie emotional und leidenschaftlich sie zu Werke gehen kann, doch halt, nicht so eilig. Zuvor wartet noch Martin Engel darauf mit Beethovens drittem Klavierkonzert zu glänzen. Und wie er es tut! Mit Sanftmut und wuchtiger Entschlossenheit schreitet der Pianist ins Geschehen. Und schnell stellt sich heraus: Hier darf man einem Klangpoeten lauschen, der vor allem den unendlich schweren Grat zwischen Piano und Forte bei Beethoven perfekt auszuloten versteht. Die heftigen Ausbrüche im ersten Satz, der wunderbar flüsternde Beginn im zweiten; das kann man schwerlich besser machen. Der Stil dieses jungen Mannes ist nicht deswegen ein derart großartiger, weil er blind ist, sondern weil er musikalische Anmut mit Druck, Dynamik und tiefer Innerlichkeit vereint. Da kann das Karlsruher Kammerorchester unter Matthias Böhringer noch so gut spielen. Bei solchen Ausnahmekünstlern bleibt selbst der beste Klangkörper bloße Randnotiz. Pause.

Jessica Véronique Miller singt jetzt Mozart – und alles ist anders. Cherubino aus
„Le nozze di Figaro“ tönt. Was bei Händel majestätisch und weit war, ist nun ein Herz, das schlägt und liebt, und zwar jede einzelne Note. Mit einer zauberhaften Stimme. Der rote Mund schließt sich, der Beifall prasselt. Ihr folgt Elin Kolev, der vor einem Monat erst 17 wurde, aussieht wie ein Schuljunge und Mozarts Violinkonzert Nr. 3 so forsch und perfekt spielt, dass es fast eine Frechheit ist. Dieses Wahnsinns-Talent betoniert einen Mozart ins Parkett, dessen Reife man ihm vielleicht in zehn Jahren zugetraut hätte. Und so findet ein Konzert zu seinem Ende, das eigentlich nur ein wirkliches Problem hatte: dass es enden musste. Die Caprice Nr. 17 von Paganini als Zugabe, dann zucken nur noch die Blitze und zeigen: Diese Sterne am Klassik-Himmel sind längst geboren. Markus Mertens

Artikel zum Konzert am 15.11.2013 in den Badischen Neuesten Nachrichten

Artikel zum Konzert am 15.2.15 in den Badischen Neuesten Nachrichten

 

BNN vom 21.3.2015

Wie ein reich gedeckter Tisch voller Spezialitäten

Eindrucksvolles Preisträgerkonzert des Kulturfonds Baden im Keilberth-Saal des Wohnstifts Rüppurr

„Musik ist das Brot unseres Geistes“ zitierte der Präsident des Kulturfonds Baden, Mathias Tritsch, beim Konzert im Keilberth-Saal den Neurowissenschaftler Eckart Altenmüller. In diesem Sinne präsentierten die jungen Musiker des Badischen Konservatoriums ihren Hörern einen reich gedeckten Tisch mit vielfältigen Spezialitäten.

Das Programm eröffnete Julie Sekinger mit Liebesliedern aus Barock (Bach: „Vergiss mein nicht, dass ich dein nicht vergesse“), Klassik: (Mozart: „An Chloe“) und Romantik: (Mendelssohn Bartholdy: „Suleika“) und überzeugte mit einem beeindruckendem Stimmvolumen. Die junge Sängerin wagte sich zudem an ein anspruchsvolles atonales Werk der Moderne, „schlaf kind“ aus den Kinderliedern Aribert Reimanns. Einfühlsam begleitet wurde sie dabei am Flügel von Regina Gajnanow. An-schließend ging es hinab in die Tiefe: Prisca Gestrich spielte am Fagott die „Four sketsches“ von Gordon Jacob, wobei sie die schnellen Sätze mit wunderschöner Leichtigkeit interpretierte.

Auch Lena Seitz musizierte ein impressionistisches Stück, „Cantabile und Presto“ von George Enescu. Mit einem sicheren Gespür für die richtige Phrasierung entführte sie die Zuhörer in verträumte, weite Klangräume, um anschließend im schnellen Satz mit wilden Läufen und raschen Repetitionen ebenso ihre Virtuosität unter Beweis zu stellen. Ungewohnte Klänge brachten Gerrit Nieder und Alisa Kratzer mit einem Satz aus Paul Hindemiths „Sonate für Fagott und Klavier“ zu Gehör. Beide musizierten souverän die anspruchsvollen harmonischen Wendungen, die dieses Werk bereithält.

Mit einem vergnügten gesanglichen Stück schloss Sven Strasser an, der die „Fantasie brilliante“ von Jean-Babtiste Singelée mit vollem und dennoch beweglichen Ton musizierte. Die moderne „Sonatine sportive“ (Alexander Tscherepnin) verlangte dem jungen Musiker und seinem Pianisten Louis Wolfinger-Meister tatschlich eine gute Kondition ab. Die virtuosen Läufe meisterten beide mit großer technischer Sicherheit.

Joshua Meier am Cello und Alexander Zielke am Flügel beschlossen nach etwa 90-minütigem  Programm den schönen Konzertabend mit den Werken „Malinconia“ von Jean Sibelius und den „Variationen über ein Thema von Rossini für Violoncello und Klavier„ von Bohuslav Martinu. Joshua Meier bezauberte dabei mit seinem gesanglichen Ton, den Alexander Zielke mit weitgreifenden, zarten Akkordteppichen unterlegte. Die „Variationen“ spielten beide Musiker mit außergewöhnlicher Virtuosität.

Bei der anschließenden Preisverleihung lobten die Leiterin des Konservatoriums, Doris Giebeler, und der Präsident des Kulturfonds den Einsatz der jungen Künstler.  Neben den immer länger werdenden Schulzeiten noch Zeit für das ausgiebige Üben zu finden, sei eine besondere Leistung, so die beiden Vorsitzenden. Den Abschied von den jungen Künstlern hielt Mathias Tritsch jedoch ganz nüchtern: „Wir sehen uns ja bestimmt beim nächsten Wettbewerb wieder“. Mit Sicherheit ein weiteres Mal zur Freude der Zuhörer.        Britta Baier