Presse

Festkonzert des Kulturfonds Baden zum 30-jährigen Jubiläum

30 Jahre im Dienst der jungen Künstler

Die BigBand der Hochschule für Musik Karlsruhe beim Jubiläumskonzert des Kulturfonds Baden  e. V. am 18. Juni 2026

Seit 30 Jahren unterstützt der Kulturfonds Baden mit seinen Angeboten die jungen Talente der Region – und fördert damit zugleich auch das Karlsruher Kulturleben. Jetzt lud der Verein zu einem umfangreichen, kurzweiligen Festkonzert ins Wolfgang-Rihm-Forum: mit zahlreichen Preisträgern, die sich auf diesem Wege bei den Freunden und Förderern bedankten.

Junge Künstler brauchen Begleitung auf ihrem Weg; sie möchten als Talente gesehen werden und profitieren dabei von vielfältigen Auftrittsmöglichkeiten. Die Musikhochschule Karlsruhe sorgt dafür unter anderem mit Klassenabenden, aber auch mit Konzerten in Kirchen oder Museen, in Seniorenresidenzen. Doch nicht alles kann die Hochschule selbst leisten. Deshalb braucht es engagierte Bürgerinnen und Bürger, die ebenfalls dabei helfen, Künstlerkarrieren auf den Weg zu bringen und mitzutragen.

Der Kulturfonds Baden wurde 1996 gegründet und unterstützt die jungen Talente auf vielfältige Weise: durch Stipendien in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule, dazu mit Wettbewerben – etwa dem Gesangswettbewerb „Bella Voce“ oder dem Wettbewerb für „Neue Musik“, der mit dem „Rainer-Koch-Gedächtnispreis“ nicht nur dem Gründungspräsidenten ein ehrendes Andenken bewahrt, sondern gleichzeitig auch dem Komponisten Wolfgang Rihm, dessen Werke es hier unter anderem zu interpretieren gilt. Mit den „Europa-Konzerten“ in Karlsruhe und Nancy förderte der Kulturfonds den deutsch-französischen Austausch. Auch die Reihe „mittwochs um 5″ in der Badischen Landesbibliothek gehört mittlerweile zur festen Größe im Karlsruher Konzertkalender.„Motor, Ideengeber und Organisator“ (so Stadträtin Elke Ernemann in ihrem Grußwort) ist derzeit Mathias Tritsch als Präsident – und er betonte in seiner Begrüßung vor allem die langjährige Verbindung zwischen dem Kulturfonds und seinen Stipendiaten und Preisträgern. Zur Unterstützung, so Tritsch, gehöre immer auch „das persönliche Gespräch“ mit den Künstlern, nicht nur die finanzielle Förderung.

Laut Matthias Wiegandt, dem Rektor der Karlsruher Musikhochschule, kann das alles gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn an einer Hochschule „ballen“ sich zwar Talent, Ehrgeiz und Ausdauer – doch es gebe bei jungen Künstlern eben immer auch Phasen des Zweifelns und der Stagnation. „Dann kann Förderung einiges bewirken“, weiß Wiegandt. „Denn die Mitteilung über ein Stipendium bedeutet auch: ‚Wir sehen dich, wir trauen dir etwas zu.'“ Wichtig seien dann Menschen, die in aller Ruhe fragen: „Was braucht die nächste Generation?“

Kurzweiliges Programm, klug zusammengestellt

Manche der jungen Musiker, die sich jetzt im Rahmen des Festprogramms vorstellten, studieren nicht mehr in Karlsruhe, sondern haben inzwischen längst ihren Weg gemacht: im Orchester, auf Opernbühnen oder selbst als Pädagogen – teilweise auch im Hochschulbereich.

Eine tragende Rolle spielte an diesem Abend der Pianist Adrian Brendle, ein ehemaliger Schüler der Klavierprofessorin Sontraud Speidel. Er leitet inzwischen die Fachgruppe Tasteninstrumente an der Musikschule in Stuttgart und arbeitet außerdem als Korrepetitor. Das umfangreiche, aber sehr kurzweilige und klug zusammengestellte Programm – an dem Brendle selbst mehrfach als Klavierpartner mitwirkte – ist ihm zu verdanken, zumindest im ersten Teil. Danach gehörte die Bühne Peter Lehel und seiner Hochschulbigband.

Diesen ersten Teil eröffnete Adrian Brendle zusammen mit Franziska Lee, inzwischen Professorin an der Musikhochschule Stuttgart, mit einigen der beliebten „Brahms-Walzer“ op. 37: Feingliedrig und mit der richtigen Verbindung aus Kraft und Eleganz gingen die beiden hier ans Werk. Erste Bravo-Rufe, und zwar schon in den letzten Ton hinein, erntete danach Bianca Neumann (Klarinette) mit dem Es-Dur-Concertino op. 26 von Carl Maria von Weber. In der Einleitung „schwebt“ sie förmlich ein – und dann folgen Variationen mit quirligen Läufen, mit lyrischen Episoden, auch mit einem düster-verschatteten Ton: Die junge Interpretin zeigte hier sämtliche Gesichter ihres Instruments.

Hauptsächlich als Schöpfer virtuoser Klaviermusik ist Sergej Rachmaninow bekannt, weniger aber als Opernkomponist. Mit der Arie des Aleko (aus der gleichnamigen Oper) stellte sich Fan Yang vor – mit einem farben- und obertonreichen Bassbariton; wie eine freie, spontane Rede klang sein Vortrag. Wer regelmäßig die Konzerte der Hochschule besucht, kennt sehr wahrscheinlich die bereits mehrfach ausgezeichnete Mezzosopranistin Claudia Perreira, die jedes Mal mit der Wärme und der Ausdruckskraft ihrer Stimme begeistert – diesmal in der Arie der „Vois sous l’archet frémissant“ aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach. Dass der erste Teil so kurzweilig geriet, ist aber nicht nur den Künstlern zu verdanken, sondern auch Gesangsprofessorin Christiane Libor, die mit ihren augenzwinkernden, auf den Punkt gebrachten Moderationen das Publikum begleitete.

Einen weiteren Höhepunkt gab es mit der Arie der Königin der Nacht („Der Hölle Rache“). Nicht nur „mit Mozarts gütiger Hilfe“ (so Christiane Libor) entfaltete Laura Kirchgässner ihre Rache-Gelüste, sondern vor allem auch mit ihrer ausgezeichneten Technik und ihrer dramatischen Qualität: Mit den Spitzentönen hatte sie keine Mühe, und auch sonst blieb ihre Stimme durchweg strahlkräftig.

Das beliebte „Salut d’amour“ von Edward Elgar kennt man eigentlich mit Violine; hier hörte man es von Kevin José Guerra Rondón im warmen Cello-Ton – und das „Feuer“ des Tango Nuevo brachten Rondón und Adrian Brendle schließlich gemeinsam mit Farida Rustamova (Violine) auf die Bühne: in „Yo soy Maria“ von Astor Piazzolla, sinnlich und sehnsuchtsvoll. Zum herrlichen Terzett aus Mozarts „Così fan tutte“ (Soave sia il vento) vereinigten sich die Solisten des ersten Teils noch einmal gemeinsam.

Dann folgte das Kontrastprogramm: Etwa eine Stunde lang unterhielt die Hochschul-Bigband die Gäste im Wolfgang-Rihm-Forum. Zu ihrem Kern gehört auch das Saxofon-Ensemble der Musikhochschule, das vom Kulturfonds vor Jahren mit einem Musikförderpreis ausgezeichnet wurde. Mit großem Breitwand-Sound, dazu mit knackigen und quirligen Soli, bot die Band unter Peter Lehel eine Jazz-Auswahl von Gordon Goodwin, Erik Morales oder Ray Charles – und dazwischen zeigte nochmals Laura Kirchgässner, dass sie sich auch auf solchem Terrain bewegen kann: Mit „Klassikern“ wie „Cheek to Cheek“ von Irving Berlin, „When I Fall in Love“ oder dem Cyndi-Lauper-Welthit „Time After Time“ präsentierte sie ihre Stimme nochmals völlig anders – nicht mehr Koloraturen waren jetzt angesagt, sondern ein kräftiger „Belting“-Gesang.

Dem Kulturfonds Baden darf man gratulieren dafür, dass er derart vielfältiges Potenzial mit auf den Weg gebracht hat.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Pamina-Magazin


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